Später war es das Fahrrad, was wir stolz spazieren fuhren, damit es jeder sehen konnte. Mit einem Tachometer war es um ein Vielfaches aufgewertet. Und mit drei Gängen erst recht, fünf Gänge war die Steigerung, das Letztgültige waren 10 Gänge mit einem Rennlenker. Man war der King. So, und auf der weiteren Suche nach Statussymbolen haben wir unsere Jugend verbracht. Als wir älter wurden, konnten sich die meisten von uns einbremsen - wenngleich nicht alle. Es kam das Auto daher, die blonde Freundin, die zwar dumm wie Brot war, aber entfernt an Brigitte Bardot erinnerte - wenn man gnädig war.
Heute haben wir einen Kanzler, der Angesichts von Fernseh- und Fotokameras sein neues Handy herauszieht um demonstrativ zu zeigen, dass er der iPhone-Kanzler ist. Und er Sein iPhone hat, noch vor allen anderen.
Im Grunde genommen passt es ja gut zu ihm. Das fleischig-flache, sich nie wirklich unter Kontrolle gehaltene Gesicht in einem schlechtsitzenden Anzug (vielleicht ist der Anzug ja ok, aber das was drinnen steckt passt einfach nicht zu einem Anzug), dann dieses unerklärlich ekelhafte Grinsen (na gut, er kann ja nicht wirklich etwas dafür, dass er so aussieht), und dann dieses etwas zu große, flache Etwas, was ich nie als ein Handy identifiziert hätte. Aber die Opposition war sich nicht zu blöde, das zu einer Staatsaffäre machen zu wollen. Angesichts einer veritablen Staatskrise dann das Aufbegehren: Herr Lehrer (sprich, Abgeordnete die den Souverän vertreten), bitte verurteilen sie diesen bösen Buben, der das Spielzeug, was ich noch nicht habe, bereits hat.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen