In bereits mehr als fünf amerikanischen Bundesstaaten können Hausbesitzer, welche von einer Pfändung ihres Hauses betroffen sind, Einspruch dagegen erheben. Und zwar mit der Begründung, die pfändungsbetreibende Bank möge doch die Hypothek zeigen, welche gepfändet wird.
Klingt merkwürdig, aber im Zuge der letzten drei Jahre wurden die allermeisten Häuser auf Pump gekauft, die Käufer wurden mit Lockzinsen geködert und die kreditinitiierende Bank hat die Forderungen an seine Kunden an einen Investor weiterverkauft, dieser hat dann diese Forderungen zusammengefasst und als gesamtes Bündel - gute mit schlechten Rückzahlungsaussichten - verkauft. Diese Bündel wurden dann, gemeinsam mit anderen Bündeln wieder zu neuen Bündeln verschnürt, neu bewertet und dann wieder weiterverkauft (CDO of CDO of CDO - sogenannte Cube-CDOs). Und so ging das oft weiter. Nur sind die dazugehörigen Papiere auf der Strecke geblieben und keiner weiß oft, wer diese überhaupt noch hat. Und nun verlangen die Richter die Originalpapiere der Hypothek, um überhaupt eine Zwangsversteigerung zu genehmigen. Florida ist eines dieser Bundesstaaten.
Es geht hier um zigtausende Hypotheken von Eigenheimen, deren Originalpapiere nicht mehr vorhanden sind oder nur auf kompliziertem Weg über eine notarielle Ersatzurkunde zu ersetzen sind.
In der Bankensprache sind das subprime, near-prime, RMBS, CDOs, CLOs, LBOs, SIVs, ABCP, money/interbank markets. Völlig unübersichtlich, aber ehemals mit gigantischen Gewinnen verbundene Erfindungen. So hat z. B. eine finnische Gemeinde hat in solche Kreditderivate investiert und sitzt nun auf diesen wertlosen Papieren.
Dienstag, 25. März 2008
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